In Port Macquarie sind wir am Abend nach gefühlter dreistündiger Suche und jeglichen gefallenen und wieder revidierten Entscheidungen zum ersten mal auf einen Campingplatz angekommen, ohne Strom, dafür aber mit jeder Menge Sauerei. Drei von uns (Namen werden nicht genannt) hatten die geniale Idee Eis zum Nachtisch zu kaufen, während die anderen beiden der Leistung des Gefrierfaches nicht trauten. Leider hatten sie recht und das Eis lief vom oben bis unten durch den Kühlschrank. Während Ferdi sich mit Haien und Delphinen vergnügte und die Mädels Bratkartoffeln machten, putzten Joni und ich den Kühlschrank einmal komplett. Die Bratkartoffeln waren dafür aber sensationell!
Am nächsten Morgen bin ich früh raus (5:30am) um mir den Sonnenaufgang anzusehen. Da wir an der Ostküste sind, geht die Sonne logischerweise über Land unter, deshalb ist der Sonnenaufgang die einzige Möglichkeit die Sonne über den Meer zu sehen. Es hat sich gelohnt, neben der Sonne habe ich auch noch Delphine gesehen. Nach 4 Stunden waren dann auch alle anderen wach und fertig zum Aufbruch. Wir fuhren nach Hat Head, da es dort angeblich eine Brücke über einen Fluss geben sollte, von welcher man ganz viele tolle Fische sehen konnten. Leider waren die Fische ebenso wenig zu sehen wie schon die nördlichste Kolonie der australischen Unterarten des Südafrikanischen Seebären. Dafür haben wir die Brücke genutzt um dort eine kurze Siesta in der Mittagssonne zu machen. In Arakoon machten wir einen weiteren Stopp für ein kleines Lunch. Dort hat man laut Lonely Planet die Möglichkeit, die Sonne über dem Meer untergehen zu sehen, da die Landspitze so verdreht ist und weit ins Meer reicht, tatsächlich geht sie aber immernoch über Land unter. Anschließend ging es ins Landesinnere auf fast 800 hm. Der Landschaftswechsel auf dieser Strecke war beeindruckend. Von Meer, Strand und Sonne ging es immer weiter von der Küste weg und es wurde zunehmend tropischer. Zwischenzeitlich fühlten sich einige wieder wie zu Hause, da es ein wenig Alpen Flair hatte. Oben in Dorringo angekommen, befanden wir uns im tropischen Regenwald. Es regnete.
Auch am nächsten Morgen wurde das Wetter nicht besser, es nieselte und hatte Nebel bis wir wieder am Meer waren. Im Dorringo Nationalpark haben wir noch eine zweistündige Wanderung durch den Regenwald gemacht. Dabei sind wir an zwei Wasserfällen vorbei gekommen, haben ein Pademelon gesehen und wurden von unzähligen Blutegeln attackiert. Besonderst letzteres war ein großer Spaß. Irgendwie schafften sie es immer sich am Bein fest zubeißen und man musste sie wieder weg schnippen. Die Mädels kamen damit nicht so gut zurecht und es war jedes mal ein riesen Drama, wenn eines an ihnen war.
Getreu dem Motto "Alle guten Dinge sind drei" haben wir uns einen weiteren Wasserfall angesehen, bei dem man sogar die Möglichkeit zu baden gehabt hätte, wir es aber aufgrund des schlechten Wetters auf einen anderen verschoben haben.
Unsere beiden Navigatoren hatten für die Nacht das Städtchen Yamba an der Küste rausgesucht. Auf dem weg dorthin hatte Ferdi auf den unbefestigten Straßen jede Menge Spaß mit unserem Camper, während Lucie und ich im hinteren Teil um unser Leben bangen mussten. Er fuhr uns aber letztendlich doch noch sicher zum Tempel der Sikh in Woolgoolga und zum Solitary Islands Marine Park, welcher mit einer herrlichen Aussicht über fünf Inseln und freilebenden Kängurus auf der Wiese Eindruck machen konnte. Doch auch die Sikh waren sehr freundlich, obwohl dies anfänglich nicht danach aussah. Sie haben uns sogar vor dem Gehen noch ein Mittagessen mit ihnen angeboten, welche wir aber aufgrund von Zeitdruck nicht wahrnehmen konnten.
In Yamba angekommen, suchten wir erstmal wieder "Ewigkeiten" nach einem Platz für die Nacht. Die Mädels waren dabei besonders provokant, indem sie einfach in den "Garten" eines Obdachlosen eindrangen (Es handelte sich hierbei um eine öffentliche Wiese). Dieser drohte jedoch im Gehen damit, den Ranger zu holen und uns anzuzeigen! Passiert ist leider nichts mehr. Beim Abendessen wurde schnell klar, dass die geplanten Pfannkuchen der zweite Fehleinkauf neben dem Eis sein sollten, denn uns gelangen sage und schreibe null Pfannkuchen und den improvisierten Kaiserschmarren konnte Joni auch nicht mit dem, den er aus Gaildorf gewohnt war, vergleichen, so schlecht war er. Die Nacht verbrachten wir wieder in einer abgelegenen Seitenstraße.
Am darauffolgenden Tag ging es direkt zu den Blue Pools in Yamba, weswegen wir eigentlich in die Stadt gefahren waren. Dies sind zwei Wasserlöcher unmittelbar am Meer jedoch mit Süßwasser gefüllt. Das tolle war, dass das Wasser tief war und die Klippen hoch. Für mich persönlich mit einer der besten Orte bis dato. Nachdem man die Felswand hinauf geklettert war, konnte man sich aus ca. 10-13 m ins Vergnügen stürzen, natürlich war das nicht ungefährlich, aber wir hatten alles unter Kontrolle.
Nach sehr langem Badespaß ging es weiter nach Byron Bay, der Heimat von Parkway Drive, wo wir die nächsten Zwei Tage bleiben wollten..




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