Der Flinders Ranges Nationalpark gehört zu den beliebtesten Naturschutzgebieten in South Australia. Er lockt Besucher wie uns mit schroffen Schluchten, zerklüfteten Bergketten, verlassenen Gehöften, indigenen Stätten und hyperaktiven Tieren. Das absolute Highlight ist der elliptische Wilpena Pound, der von gezackten Graten umgeben ist. Das natürliche, 80km^2 große Talbecken entstand einst durch tektonische Senkung und ist kein Meteoritenkrater.
Nachdem uns die Dame der Rezeption unseres Campingplatzes wie selbstverständlich nur die schwierigsten drei Touren vorschlug, konnten wir uns quasi nicht anders entscheiden, als die längste und am schwierigsten beschriebene auszuwählen. Den Shuttlebus zum Look Out hat sie erst gar nicht für uns in Erwägung gezogen.
Noch vor Sonnenaufgang ging es vom Campingplatz los. Die ersten paar Kilometer führten entlang des Fußes des Felskamms an der äußeren Seite des Wilpena Pounds. Die Strecke war einfach zu laufen und wir gingen durch einen weitläufigen Nadelwald. Es war besonders angenehm, die ersten Sonnenstrahlen zu sehen und auf der Haut zu spüren, denn bis dato war es verdammt kalt und die Finger froren.
Nach sechs Kilometern ging es dann hinauf auf den Tanderra Saddle. Was das Höhenprofil schon hat vorher vermutet lassen, wurde nun wahr. Es ging steil bergauf mit kurzen Kletterpassagen und entlang von Felswänden und Abgründen. Nach einem weiteren großartigen Aufstieg zum St. Mary Peak hatten wir einen besonders guten Blick auf das Becken des Wilpena Pounds. Die Besteigung des Gipfels auf 1100 Höhenmetern wurde von uns natürlich zelebriert, weniger wohl von den indigenen Adnyamathanha, da der Gipfel für sie eine traditionelle Bedeutung hat. Das war nur der Anfang.
Von nun an ging es wieder nach unten und wir wanderten einmal schräg durch das Becken. Es boten sich immer wieder tolle Panoramablicke, aber größtenteils war es trockenes Buschland und ausgetrocknete Landschaft. Hin und wieder gab es ein oder zwei Kängurus, die den Weg kreuzten. Da wir wieder auf einem breiten Weg waren, machten wir viele Kilometer. Am Hills Homestead legten wir dann unsere verdiente Mittagspause ein. Zuvor wurden wir noch von dem direkt anschließenden Wangarra Look Out enttäuscht, denn die Aussicht vom Gipfel konnte natürlich nicht überboten werden. Beim Essen lieferte sich Joni ein spektakuläres Duell mit ein paar Raben, die scheinbar großes Interesse an unserem Toast hatten. Natürlich ging Joni als Sieger vom Platz. Bedauerlicherweise musste er aber den Rest der Strecke humpelnd gehen, da er sich sein Knie verdreht hatte. Aber auch diese letzten 3 Kilometer gingen gut und so konnten wir vermelden, dass wir für die Strecke, auf die eigentlich neun Stunden angesetzt sind, lediglich 4,5 Stunden gebraucht haben. Diese sensationelle Zeit veranlasste uns auch dazu, dass Resort noch am selben Tag zu verlassen. Den gewonnenen Nachmittag nutzten wir, um einen Scenic Drive weiter Richtung Norden nach Blinman und von dort aus weiter nach Parachilna zu fahren. Die Strecke führt über das Bunyeroo Valley, die Brachina Gorge, das Aroona Valley und den Stokes Hill Look Out. Das Beste auf der Route war wohl die Great Wall of China. Hier lag eine Schicht Sedimentgestein frei und es sah der "originalen" Mauer zum verwechseln ähnlich. Neben diesem Highlight waren es vorallem die Tiere die begeisterten. Zahlreiche Schafe, hier mal ein Känguru, mal drei vor einem auf der Straße oder neben einem im Schatten, viele Emus waren unterwegs und ein riesiger Adler machte sich über das überfahrene Känguru her.
Eigentlich wollten wir bis zum Abend wieder in Port Angusta sein, um am nächsten morgen direkt ins "richtige" Outback zu starten, doch wir wollten es auch nicht riskieren, bei Dunkelheit bzw. Dämmerung zu fahren. Besonders um diese Tageszeit laufen die Kängurus gerne mal ins Auto, da bringt uns unsere nicht abgeschlossene Versicherung natürlich dann nichts mehr. So landeten wir in Quorn, durften der wilden Dorfjugend beim spielen zu sehen und gingen bald zu Bett.
>>> Leider habe ich während der Wanderung nur Bilder mit meiner Dogitalkamera und Joni mit seinem iPhone gemacht, deswegen gibt es leider keine guten. Auch in den nächsten Tagen wird das wohl nicht anders! <<<


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