Die Sonne war über dem Kings Canyon Resort noch nicht aufgegangen, da roch es bereits nach Espresso und wir waren schon am frühstücken. Der Grund war die Wanderung durch den fantastischen Kings Canyon, das bisherige Highlight unserer Tour und im Nachhinein vielleicht auch unseres Aufenthalts in Australien. Die gähnende Schlucht liegt 10 km vom Campingplatz entfernt, welche wir durch die Dunkelheit mit dem Auto zurücklegten. Am Parkplatz angekommen dämmerte es bereits und wir machten uns schnell auf den Weg zum Beginn des Kings Canyon Rim Walks. Bei einem kurzen, steilen Anstieg am Anfang (dem einzigen schwierigen Teil des Wegs) bewiesen wir wieder einmal unsere Tauglichkeit für die Gebirgsjäger. In einen rekordverdächtigen Tempo eilten wir den Canyon hinauf, um oben angekommen mit einem unvergesslichen Sonnenaufgang belohnt zu werden. Die ersten Sonnenstrahlen fielen in den Canyon und beleuchteten seine riesigen Felswände, welche sich dadurch in das so typische Rot verwandelten. Auch das weitere Stück am Rand der Schlucht entlang bot immer wieder atemberaubende Ausblicke in diese hinein. Dabei gefielen uns die Lichtwechsel durch die aufgehende Sonne am besten und sorgten dafür, dass bei Joni wieder der Landschaftsfotograf geweckt wurde. Dann ging es über hölzerne Stufen nach unten zum Garden of Eden. Dies ist ein idyllisches Fleckchen, üppig bewachsen mit Farnen und Palmfarnen und mit einem ruhigen Wasserbecken in der Mitte. Eigentlich hatte ich mir schon lange im voraus vorgenommen, hier zu schwimmen. Leider hat es lange nicht geregnet, weswegen das Wasser wenig einladend aussah und selbst mich zurückhielt. Der nächste Abschnitt windete sich durch gigantische, bienenkorbartige Felsformationen: verwitterte Sandsteinfelsen, die für die Luritja-Aborigines die Männer des Kuniya-Dreaming präsentieren. Man merkt, dass die Aborigines eine Kultur haben, die sich sehr von der unsern unterscheidet. Danach ging es wieder nach unten zum Parkplatz. Hier machten wir noch den kurzen Kings Creek Walk, der uns entlang des steinigen Bachbetts zu einer erhöhten Aussichtsplattform führte, von wo man einen Blick auf den Rand des Canyon hoch oben hatte. Wir waren schon oben, wer will es also von unten sehen :)
Wieder am Auto ging es nach kurzer Pause zurück zum Lasseter Highway, der uns zu unserer finalen Destination führt. Nach etlichen Kilometern sah man dann weit am Horizont einen Monolith stehen. Allerdings handelte es sich dabei nicht um den Ayers Rock, sondern den Mount Conner. Der Tafelberg, der 350m über der Wüste aufragt, ist der am häufigsten irrtümlich fotografierte Berg der Welt - auf den ersten Blick halten ihn viele für den Uluru. Wir sind natürlich nicht darauf hineingefallen, machten aber dennoch ein paar Bilder und fuhren weiter.
Schließlich tauchte er dann doch vor uns auf, der berühmte Ayers Rock. Für viele Besucher, Australier wie Auswärtige, steht der Uluru ganz oben auf der Liste der Dinge, die man gesehen haben muss. So auch für mich, da ich ihn schon seit kleinauf bei Hägeles im Treppenhaus gesehen habe und nun endlich in echt sah. Das war schon ein besonderer Augenblick für mich. Allerdings gedulden wir uns noch bis Morgen, bis wir ihn in voller Größe und im richtigen Licht anschauen. Erstmal sind wir zum Ayers Rock Resort gefahren und verbringen hier jetzt die kommenden drei Nächte.



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