Die Nacht haben wir gut überstanden und wir wurden nicht mit einer horrend hohen Strafe am nächsten Morgen überrascht. Dafür konnten wir seit langen mal wieder unsere Espresso Kanne benutzen und hatten köstlichen Kaffee. Früh brachen wir auf, damit wir viel vom Tag hatten. Leider hat das Wetter nicht so ganz mitgespielt wie wir es wollten und es hingen einige Wolken an der Küste. Der Blick auf den Split Point Lighthouse und die Aussicht auf die Strände, die Küstenlinie und das Meer waren von dort aus aber trotzdem sehr schön. Am Fairheaven Beach hielten wir uns nur kurz auf, da das Wetter wie gesagt, nicht wirklich einen dazu einlud.
Dann kamen wir zum Eingang der Great Ocean Road. Am Schild, dass die Straße säumt, werden im Minutentakt Asiaten aus großen Bussen abgesetzt und wieder eingesammelt. Währenddessen hört man nur das ständige Klicken der unzähligen Canon und iPhone Kameras. Schnell weiter also.
In Lorne haben wir uns im Second Hand Laden einen neuen Topf gekauft. 4$ für einen alten Feuertopf, aber nach bisherigen Erfahrungen ist er noch funktionstüchtig. Das war allerdings auch das spektakulärste dort. Nicht unwesentlich besser war es, verkraften zu müssen, dass die Erskin Falls tatsächlich gesperrt waren. Wir wollten es nicht wahrhaben und sind trotzdem die 8km lange Strecke ins Hinterland gefahren, sie war immerhin sehr schön.
Am Teddys Look Out hatte man einen tollen Blick über den Cumberland River der ins Meer mündet und von einer grünen, steilen Küstenlandschaft umgeben wird.
Das Highlight des Tages hatten wir bei unserer Wanderung zu den Won Wondah und den Henderson Falls, als wir auf den Bäumen mehrere Koalas entdeckten. Lange mussten wir warten, um diese Langweiler zu sehen. Sie schlafen 20 Stunden am Tag und den Rest davon verbringen sie mit essen. Schönes Leben! Die Wasserfälle waren leider weniger aufregend, da sie beide kein Wasser führten. Immerhin konnten wir eindrucksvolle Steinwände sehen und es gab riesige Eukalyptusbäume.
Auf dem Weg nach Apollo Bay kamen wir noch am Wye River, wo auf dem dortigen Campingplatz ein Festle stattfand und am Kennet River vorbei. Hier gab es wieder Koalas in den Bäumen. Diese sind so bekannt, dass viele Touristen hierher strömen, um sie zu sehen. Es gibt sogar ein Koala Café.
In Apollo Bay hielten wir uns nicht lange auf, da wir noch ins Landesinnere wollten. Über unbefestigte Schotterpisten mit teils enormen Steigungen ging es hinauf in die Hochebene. Trotz der schwierigen Bedingungen waren es die Wege wert, da man mächtige Farne, tolle Wälder und spektakuläre Panoramen sah. "Oben" angekommen waren die ersten zwei Wasserfälle wieder ein wenig ernüchternd. Scheinbar sollten wir an diesem Tag kein Glück haben mit Wasserfällen. Zu den Triplet Falls konnte man dann doch laufen und sie hatten sogar Wasser, sodass wir immerhin einen wirklich tollen sehen konnten.
In Colac wollten wir über Nacht bleiben. Die Stadt liegt direkt an einem See und so hatten wir beim Abendessen ein schönes Licht von der Abendsonne. Das war eigentlich die Gelegenheit für Joni mir meine Valentins Tag Rose zu überreichen, die leider nicht mehr kam :(
Am nächsten Morgen machten wir nach einem gemütlichen Frühstück am See eine Rundfahrt vorbei an verschiedenen Seen. Vom Red Rock und Memorial Look Out hatte man einen tollen Ausblick über die weite Landschaft und auch unser Camper passte sich, mit mir auf ihm, der Landschaft an (siehe Bilder).
Es war ein sehr lustiger Vormittag, da wir die Gegend sehr genossen, immer wieder an verrückten Stellen hielten und einfach niemand mit uns unterwegs war. Anders sah es aus, als wir wieder in Apollo Bay waren. Mit den vielen Leuten, kam leider auch noch schlechtes Wetter. Beim Marriners Look Out waren zwar keine Menschen, dafür hingen die Wolken bedrohlich nahe in den Bergen. In Apollo Bay schlenderten wir noch durch alle möglichen Shops, Joni machte Gebrauch von der eiskalten Außendusche und wir erkundeten den Hafen, was bei den unangenehmen Temperaturen nicht gerade umwerfend war.
Genauso viel bzw. wenig Sonne hatten wir beim anschließenden Maits Rest Rainforest Walk, der durch eine Vegetation aus Farnen und uralten, zum Teil schon abgebrochen Mammutbäumen führt.
Das Cape Otway und dessen Lighthouse mussten wir "leider" auslassen, da uns 17$ für den zweit südlichsten Punkt Australiens, einen Leichtturm und ein Kriegsdenkmal doch etwas zu viel waren. Die Strecke dort hin war aber nicht umsonst, denn es gab unzählige Koalas auf den Bäumen am Wegesrand. So viele, dass es schon gar nichts mehr besonderes war. Da war es schon viel aufregender, als plötzlich zwei Kühe neben uns an der Straße standen.
Auf dem Weg zur Blankett Bay ging es wieder über die unmöglichsten Pisten, für die man eigentlich ein Allrad Fahrzeug bräuchte, aber unser guter alter Camper bügelt das schon alles glatt.
Der Strand erinnerte uns sehr an die Bilder, die wir von Neuseeland bisher gesehen hatten und wir stellten beiden Fest, dass Australien mit seinen vielen verschiedenen Landschaften doch besser für uns ist. Der Great Ocean Walk führt ebenfalls an diesem Strand vorbei. Wir können jetzt sagen, dass wir uns immerhin einen kleinen Teil dieses Weges mit Dany und Talle geteilt haben, die den ganzen Weg zwei Wochen zuvor gelaufen sind. Sicher auch sehr schön!
Nachdem wir ein schönes Tal durchquert hatten und am Castle Cove Look Out hielten kamen wir zum wunderschönen Johanna Beach. Hier ist die Ausweich' Location für die Rip Curl Pros. Es ist deswegen ein beliebter Surfspot und wir sahen auch viele Surfer, die zwischen den wilden Wellen eine gute Figur machten. Hätten wir ewig Zeit, wären wir wahrscheinlich über Nacht dort geblieben, vielleicht lag es an der Abendstimmung, an der schönen Kombination von Felsen und Strand oder daran, dass man umsonst Campen konnte. Leider war unser Zeitplan etwas eng an dem Abend und so blieb auch für den zweiten Rainforest Walk und den Gables Look Out nicht viel Zeit. Quasi im Joggen sahen wir uns die restlichen Spots an. Den Shipwreck Beach mussten wir sogar ganz weglassen, da wir zum Sonnenuntergang an den 12 Apostels sein wollten. Mit mächtig Tempo ging es über die Landstraße, damit wir es rechtzeitig schafften und wir wurden auch belohnt. Ein tolles Licht, dass die riesigen Felsbrocken, die eindrucksvoll vor der Küste stehen, in Szene setzte. Über Millionen von Jahren wurde die Küste von Meer, Wind und Regen abgetragen und nur diese acht Felsen blieben stehen. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch sie unterspült werden und vom Meer "gefressen" werden. Bis 2009 waren es noch neun, als dann einer aufgab und zusammen stürzte.
Aufjedenfall machten sie ihrem Namen als am viert meist fotografierten Objekts in Australien alle Ehre. Zahlreiche Touristen waren da und wir fühlten uns richtig schlecht dabei ein Teil davon zu sein. Natürlich durften dabei auch unsere Lieblings Hobbyfotografen nicht fehlen. Schon auf dem Parkplatz entdeckten wir das Auto von Lucie und Natalie, die die gleiche Strecke nur in die andere Richtung machen. Welch ein Zufall, dass man sich genau hier trifft, scheinbar hatten wir den gleichen Gedanken. Naja, wir hatten am Morgen noch erwähnt, dass wir zum Sonnenuntergang dort sein wollten, haben dann aber den ganzen Tag über nichts mehr von ihnen gehört. Umso witziger war es, als ich sie gefragt habe, ob sie ein Bild von mir machen könnten und Lucie mich wie einen Fremden ansah und meinte "Yes, sure!"
Mit den beiden aßen wir gemeinsam zu Abend und verbrachten die Nacht auf dem Parkplatz direkt bei den Apostels. Das war insofern geschickt, da wir uns die Felsen auch beim Sonnenaufgang nicht entgehen lassen wollten. Leider muss man sagen, dass das Abendlicht sie besser in Szene setzt und es ar***kalt war. Beim gemeinsamen Frühstück, wie auch schon beim Abendessen, wurden dann reichlich Erlebnisse erzählt und verglichen, wie die anderen in ihrem Camper leben. Am meisten beeindruckt hat uns ein Spruch der auf ihrem Auto steht: "Life is what happen to you, while you are planning your future." Und weil dieser Spruch so perfekt auf uns zutrifft, ist das jetzt auch unser neues Motto.
Bei den Gibson Steps hat man die Möglichkeit, zum Strand zu gelangen und zwei der Apostel vom Meer aus zu sehen. Am Strand machten wir einen ausgedehnten Spaziergang, malten riesige Sandbilder und bewunderten die unglaublich hohen Küstenwände. In Princetown, das traurigerweise nicht mehr zu bieten hatten als einen Postshop, verabschiedeten wir uns wieder von den beiden. Diesmal definitiv und wir sehen uns frühestens in Deutschland wieder.
Zunächst hatten wir ein vollgepacktes Programm entlang der Küste, da es dort wie bereits erwähnt, viele von Meer geformte Felsspektakel, Buchten, aber auch versunkene Schiffe gibt, die wir leider vergebens gesucht haben. The Islands Arch Way, The Racorback, Loch Arg Wreck + Gorge, Muttonbird Islans, Broken Head und Thunder Cove waren die einzelnen Stationen bis Port Cambell, ein Städtchen an einer kleinen Bucht. Hier gab es leider nicht viel zu sehen, weswegen wir uns mal wieder von der Küste abwendeten, was nach so vielen Stationen auch Abwechslung brachte. Im Land machten wir einen Gourmet Trail, der uns als erstes zu einer Käserei führte. Hier konnten wir elf(!!!) verschiedene Sorten Käse probieren. Von Camembert über Schimmelkäse bis hin zu Feta von der Kuh war einer köstlicher als der andere. Wären die Preise nicht so hoch gewesen und hätten wir einen Kühlschrank, man will nicht wissen, ob sie noch Vorrat gehabt hätten.
Beim Weingut war es eher weniger gut. Bis auf eine sehr gezwungene Unterhaltung mit der Besitzern sprang dabei für uns leider nichts raus. Dafür aber bei Gorges Chocolate. Hier konnten wir vier Sorten der köstlichen Schokolade probieren und ich habe mir, weil wir schon so lange keine Schokolade mehr hatten, noch einen Schoko-Frosch und einen Taler gegönnt. Die nächsten Gourmet-Stationen waren eine Erdbeeren Farm, die leider schon geschlossen hatte und eine Destillerie, bei der man nichts probieren konnte und die Sachen zwar ansprechend und lecker waren, dennoch unseren Geldbeutel überspannten.
Zurück an der Küste schauten wir uns weitere Küstenabschnitte an. Unter anderem den London Arch, welcher bis 1990 aus zwei Bögen bestand, dann aber der landeseitige Bogen abbrach. Außerdem schauten wir uns noch The Arch und The Grotto an.
In Peterborough hielten wir es nach diesem enorm langen Tag für sinnvoll uns für die Nacht an eine Kuhweide zu stellen.
Bevor wir die Küste für einen kurzen Abschnitt verließen, sahen wir uns noch die letzten Highlights dort an: Bay of Martyrs, Bay of Islands, Three Mile Beach und Childers Cove.
Auf dem Weg nach Warrnambool lag die Cheese World. Hier haben wir wiedermal umsonst die verschiedensten exorbitant leckeren Käse probiert und für 5$ zwei große Milkshakes bekommen. Diese waren bis wir in Warrnambool vorm Coles standen leer. Neben dem Einkaufen sahen wir uns noch den Hafen und den Strand der Stadt an. Im Ortskern war leider nicht so viel los und es sah auch nicht sehr einladend aus.
Auf dem Weg nach Port Ferry lag noch das Tower Hill Reserve. Hier ist vor Millionen von Jahren ein Meteorit eingeschlagen und man kann durch den riesigen Krater fahren und einen kleinen Berg im Krater besteigen. Von dort aus hat man dann einen Ausblick, der bis zum Meer reicht. Hier haben wir auch unsere ersten Emus hier gesehen, bevor wir nach Port Ferry durch fuhren.
Hier wollten wir den Nachmittag mal etwas ruhiger angehen und auch dort übernachten. Nachdem wir die Stadt und den Strand via Auto erkundet hatten, gingen wir noch in ein paar Cafés, um uns die guten Kuchen anzusehen, in den Supermarkt, um das Eis anzusehen und den lokalen Surfshop, um Surfboards anzuschauen. Während ich den Rest des Nachmittages mit Schreiben verbrachte, rasierte sich mein Reisepartner über eine Stunde auf den Duschen des Campingplatzes nebenan. Frisch rasiert und halb fertig geschrieben machten wir noch eine romantischen Abendspaziergang über die Griffith Island. Die Halbinsel darf nicht befahren werden, da sie viele verschiedene Vogelarten beherbergt. Der Weg führte uns durch die Buschlandschaft, vorbei an Felsen und Stränden und einem traditionellen Leuchtturm.
Wir hatten den Tipp bekommen, dass es in Port Ferry die besten Fish and Chips von ganz Victoria geben sollte, weshalb Joni als großer Freund davon sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen wollte, diese auch zu probieren. Umso frustrierter war er darüber, dass der eine Laden schon geschlossen hatte und der andere keinen Fisch mehr hatte. Jetzt muss er doch mit mir Milchreis essen. Vor diesem sitzen wir im Moment und rühren und warten, dass er fertig wird und rühren, denn er wird nicht fertig.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann rühren sie noch heute...













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