Samstag, 2. Februar 2013

Verabschiedung 1 - Kurunda - Cairns

Wie erwähnt, brachten wir am Donnerstag als erstes Ferdi zum Flughafen um ihn dort mit literweiße Tränen, Umarmungen und Küssen zu verabschieden :) Viel Spaß in Bali ! Es war eine schöne Zeit mit dir. Nach kurzer Überlegung hatten wir vier beschlossen, dass wir den letzten Tag mit Auto dazu nutzen, um nach Kuranda und Port Douglas zu fahren. Kuranda ist eine Stadt mitten im Regenwald. Normalerweise fallen hier die Touristen wie Heuschrecken ein, doch wir hatten Glück da wir nicht in der Hauptsaison da waren. So konnten wir zunächst die Barron Falls etwas weiter weg vom Ort genießen. Hier hält auch die historische Eisenbahn, mit der man von Kuranda aus einen Scenic Railway machen kann. In Kuranda selbst sind wir erstmal durch die vielen kleinen Touristenläden geschlendert, wobei man alle möglichen regional produzierten Süßigkeiten, Ice Creams oder Didgeridoos, aber auch deutsche Wurst kaufen konnten. Der beschriebe Zug startet an der Kuranda Railway Station, unser nächstes Ziel. Der Bahnhof verkörpert das Image der Stadt, klein, gemütlich, geschmückt mit allerlei Dschungelpflanzen und Palmen. (Vga. Bilder). Anschließend haben wir weiter gebummelt, sind in die Kuranda Original Markets gegangen. Schon seit 1978 wabert der Duft von Räucherstäbchen über den "originalen" farbenprächtigen Märkten, die sich auf Holzplankenterrassen im Regenwald erstrecken, aber hier kann man immer noch am besten den Glasbläsern und anderen Künstlern bei der Arbeit zusehen, alles Mögliche aus Hanf erstehen und Produkte aus der Region wie Honig oder Fruchtweine probieren. Mitten in diesem undurchsichtigen Fleckchen gibt es sogar eine Minigolfbahn, die sehr verwirrend aussah. Auch das Schlemmen sollte an dieser Stelle nicht zu kurz kommen und so hatte ich die Gelegenheit die vom Guinnes Worldrekord ausgezeichnete schärfste Chillisoße der Welt zu probieren. Die nette Verkäuferin warnte mich noch und sagte, dass der Verzehr in großen Mengen tödlich und die Herstellung in Australien illegal sei. Anfangs schmeckte sie mir gut, doch nach kurzer Zeit fing es so verdammt an zu brennen, dass es wirklich nicht aus zu halten war. Dazu kamen später auch noch unheimliche Magenkrämpfe und das Gefühl, dass ich mich gleich übergeben muss, was aber nicht passiert ist. Joni hatte seinen Spaß dabei mich bei meinen Leiden zu beobachten und genoss es sichtlich. Danach hatte ich auch genug von Kuranda, die anderen auch und wir verließen es um direkt nach Port Douglas, nördlich von Cairns, zu fahren.
Hier sind wir erstmal zu einem Look Out gefahren, von wo aus man einen Blick über die ganz Stadt und den Four Mile Beach hatte. An besagten Strand haben Joni und ich dann einen ausgedehnten Spaziergang gemacht und uns über die nahe, mittlere und ferne Zukunft unterhalten. Die Nahe: Was machen wir in den nächsten Wochen? Der Plan ist es hier oder im Süden nach einem Auto zu suchen, dann auf eine Farm zu gehen und erstmal für ein paar Wochen zu arbeiten. Die Mittlere: Was passiert nach dem Arbeiten? Geplant ist dann wieder zu reisen. Diesmal im Süden des Landes. Sprich Melbourne, Adelaide, Canberra und dann noch einen Abstecher ins "wahre Australien", das Outback, zum Ayers Rock zu machen. Anschließend plant Joni noch nach Sydney zu gehen und dann im April zurück zu fliegen. Ich gedenke dann noch einen Monat dran zu hängen um zu arbeiten und eventuell das Land Richtung Fidjis oder Bali zu verlassen. Aber das sind alles nur Modelle, mal sehen wie es tatsächlich wird. Die Ferne: Studium und Studienwahl. Darüber konnte ich jetzt eine Roman schreiben, was vorallem im Interesse unserer Eltern Läge, aber dazu bin ich definitiv nicht motiviert. Anschließend haben wir beschlossen über Nacht in Port Douglas zu bleiben und dort ein letztes mal im Camper zu kochen und bis in die Nacht davor zu relaxen, zu labern und besprechen was am nächsten Tag ansteht.
Da gab es leider ein bisschen was zu tun, da der Camper zurückzubringen war. Als erstes haben wir noch in Port Douglas allen Müll entsorgt und alle unsere Sachen zusammen gepackt haben. Anschließend sind wir die 60 km zurück nach Cairns gefahren, um dort ins Hostel Bellview einzuziehen. Zum ersten mal in einem Hostel, so langsam fühlen wir uns wie Backpacker. Zwar haben wir ein günstiges 4 Bett Zimmer für 19$ die Nacht, anstatt eines 10 Bett Zimmers genommen, aber immerhin ein erster Schritt. Kurz die Sachen aufs Zimmer gebracht, dann ging es weiter: Auto putzen. Schnell hatten wir eine Waschanlage gefunden. Joni und ich hatten großen Spaß an der Außenreinigung unseres Schlittens, während die Mädels einen weniger spaßigen Eindruck bei der Innenreinigung machten, immerhin haben sie zusätzlich unsere Unterstützung bekommen. Nächster Halt: Tankstelle. Anschließend Gasflasche auffüllen. Das wiederum stellten wir uns deutlich einfacher vor als es war. Wir dachten wir gehen an die Tankstelle, geben die Gasflasche ab und bekommen sie nach 5 Minuten zurück. Nix da! Tankstellen tauschen nur volle gegen leere Flaschen zu überteuerten Preisen. Die Dame an der Kasse hat uns dann den Tipp gegeben zu einem Campingladen oder zu einem Bunnings ( Vergleichbar mit Hagebaumarkt nur ohne Mike Krüger)zu gehen. Bedauerlicherweise gab es den Campingladen nicht mehr und das Baugeschäft bietet diesen Service nicht an, dafür aber den nächsten Tipp: Tankstelle! Also nächste Tankstelle, wieder nur Tauschen! Auf dem Weg zur Autovermietung, wir hatten uns kurzzeitig aufgegeben, ein anderer Outdoorladen. Kurzer U-Turn auf den Highway um dort zu erfahren, dass sie es anbieten, es aber aufgrund von schlechten Equipment und starker Hitze über 30 Minuten dauert. Dafür gab es einen Tipp: 500 m weiter soll ein Outdoor Laden sein, der besser ausgestattet ist, also wieder U-Turns und zum nächsten Laden. Nachdem wir im Laden 5 Minuten ignoriert wurden, erfuhren wir endlich "Es geht, das schei* Ding geht" und wir können unsere Gasflasche auffüllen lassen. In der Zwischenzeit hatte ich die Flasche schon gefühlte hundert mal aus dem Auto ausgebaut und wieder eingebaut, wobei es jedesmal fast zu einer Gasexplosion hätte kommen können, so viel Gas wie aus dem Schlauch kam. Immerhin, wir hatten nach 20 Minuten Warten eine volle Gasflasche und konnten nun endlich zu Travellers Autobarn, der Autovermietung, fahren. Dort angekommen wurden wir von einer mehr oder weniger freundlichen maximal pigmentierten Dame empfangen, die sogleich unseren Camper inspizierte. Währenddessen sollten wir einen Beurteilungsbogen ausfüllen, der meiner Meinung nach viel zu gut ausgefallen ist!
Die freundliche Dame kam zurück und teilte uns zugleich mit, dass alles in Ordnung sei, bis auf ( Neeeeeeeeiiiiiiinnnn) eine Delle im Kofferraumdeckel, die angeblich noch nicht dagewesen sein soll. Natürlich gab es von unsere Seite aus Protest und so mussten wir noch 30 Minuten ausharren, bis die Kollegen aus Sydney abgeklärt hatten, ob wir es waren und ob wir für den Schaden aufkommen müssen. Dann endlich die Erlösung: Keine ungeplanten Zusatzkosten, alles gut, wir sind das Ding los. Nach einem Monat in der alten Müffelkiste fiel der Abschied schon schwer, vorallem weil wir uns alle in dem Auto wohl gefühlt haben und es trotz wenig Platz doch sehr komfortabel war.
Beim anschließenden Einkauf merkten wir, welchen Vorteil so ein Auto hat, das man direkt vor dem Supermarkt parken kann und nicht zwei Six-Pack Wasser durch die halbe Stadt schleppen muss.
Dafür konnten wir mal wieder eine richtig Küche, naja zumindest mehr oder weniger sauber und gut, nutzen... zum Nudeln machen.
Joni und ich haben noch Karsten kennen gelernt. Er hat schon bei Travellers Autobarn gearbeitet, kennt sich mit Autos aus und hilft uns jetzt die örtlichen Angebote abzuchecken.
Für gestern haben wir noch an unserer Rezeption bei der zwei sehr lustigen Aussies sitzen, eine Tagestour zum Great Barrier Reef gebucht.















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