Samstag, 2. Februar 2013

Townsville - Atherton Tablelands - Cairns

Von Montag bis Donnerstag haben wir zahlreiche Wasserlöcher, Fälle, Look Outs und andere Dinge auf dem Weg nach Cairns gesehen. Die gute Nachricht zu erst: Wir sind alle heil nach fast 5000 km in Cairns angekommen. Doch erst einmal eins nach den anderen. Von Townsville ging es nach kurzer Wegstrecke über eine unbefestigte Strecke zum Paradise Waterhole, ein Fluss in dem man sich im kristallklaren Wasser mit der Strömung treiben lassen konnte. Leider hatten am Montag alle Australier aufgrund des Australia Days von Samstag frei. Kleiner Exkurs dazu: Anders als in Deutschland hat man hier am darauffolgenden Wochentag frei, wenn ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt. Klingt sehr gut, aber dafür gibt es hier auch deutlich weniger Feiertage als bei uns. Warum das Wort "leider"? Naja, wenn er frei hat, pilgert der Australier förmlich an alle schönen Stellen der Region, die sonst natürlich nur für Touristen bestimmt sind, um dort mit ca. hundert anderen den Tag zu verbringen. Also, nach vergnüglichen Badespaß, zurück ins Auto und ab ins Dörfchen Paluma, um am dortigen Look Out etwas zu essen und die Aussicht zu genießen. Wagemutig wie wir sind, haben wir die Herausforderung angenommen und die 20 km lange Strecke ins Bergdorf auf uns genommen, obwohl sie für Camper verboten war! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auf halber Strecke zurück zum Highway gab es einen weiteren Fluss(Bach), in dem wir uns kurz erfrischten und die tollen Steinformationen genossen. Der nächste Halt war der Produktionsverkauf von Frosty Mango direkt neben dem Highway. Dort gab es alles erdenkliche mit Mango und viele weitere Leckereien, bei denen einem das Wasser im Mund zusammen lief. Zum Glück hatte ich kein Kleingeld dabei, sonst wäre es weg gewesen. Letzte Station an diesem Tag waren die Jourama Falls. Es waren die spektakulärsten Wasserfälle bisher: das Wasser läuft /fällt über mehrere Ebenen eine riesige Felswand hinunter. Vom Aussichtspunkt gegenüber hat sich ein dementsprechend spektakuläres Panorama geboten. Vorallem die Art und Weise wie sich das Wasser seinen Weg durch die unberührte Natur und den Fels sucht ist einzigartig.
Auf dem Weg nach Ingham, unser Übernachtungsort, bot sich aufeinmal am Himmel ein spektakuläres Abendlicht. Die Bilder lassen nur erahnen wie es in Wirklichkeit aussah.
Ingham ist sehr italienisch geprägt. 60% der Einwohner haben italienische Wurzeln. Zwar hat es nicht den Flair eines italienischen Städtchens, aber man hat doch hin und wieder den ein oder anderen italienischen Begriff gefunden. Unsere Hoffnung, dass eine italienische Mama uns zum Essen einlädt wurde leider nicht wahr, wäre auch zu schön gewesen. Nachdem wir noch alle vor der amerikanischen Botschaft gegammelt haben, um das kostenlose Internet auszunutzen, haben uns unsere in keinsterweise talentierten Mitfahrerinnen wiedermal in ein Wohngebiet ins Nirgendwo zum Schlafen gebracht -.-
Der nächste Tag begann nach kurzer Fahrt, bei der die sich inzwischen immer wieder wiederholende Musik lief, in Tully. Der Stadt mit dem meisten Niederschlag um Jahr. Damit dies auch bei keinen, der nach Tully kommt, unbemerkt bleibt, steht am Ortseingang ein 8m hoher goldener Gummistiefel. Die acht Meter symbolisieren die bisher höchste Niederschlagsmenge in einem Jahr (1950). Wenn man auf der kleinen Platzform des Stiefels steht, bekommt man erstmal einen Eindruck davon, wie viel das ist! Etwas nördlich von Tully liegt das Alligators Nest, ein Fluss in dem man, wie der Name es sagt, mit Alligatoren, schwimmen kann. Tatsächlich tauchte neben uns auch einer auf, als wir gerade im Wasser waren. Zum Glück ist der letzte Satz genauso wenig wahr wie wenn man sagen würde, der SV Werder Bremen steigt in dieser Saison ab... Aber inzwischen halten wir uns tatsächlich in Gebieten auf, in dessen Gewässern Krokodile leben und es einem strengstens Abgeraten wird, dort ins Wasser zu gehen. Um unsere Eltern zu beruhigen: Wir halten uns auch daran! Das Wasser im Alligators Nest war trotzdem fantastisch und eine bitter nötige Abkühlung. Der nächste Halt war Mission Beach an der Cassowary Coast. Wie der Name schon sagt, ist hier der Kasuar heimisch. Ein Vogel, der ungefähr so groß ist wie ein Mensch und vom aussterben bedroht ist. Es gibt nur noch 1000 Exemplare. Wir konnten leider, bis auf die unendlich vielen Verkehrsschilder, die davor warnen, dass die Tiere über die Straße laufen, nichts sehen.
In der örtlichen Tourist Information haben wir uns gefühlte zwei Stunden "über die Region informiert". In Wirklichkeit haben wir nur die Klimaanlage, die einem vor der erdrückenden Schwüle draußen, bewahrt, ausgenutzt. Auf Grund dessen wurde auch unsere geplante Wanderung gestrichen und wir fuhren dort nur noch nach South Mission Beach, da es dort eine Badestelle mit Duschen gab. Joni und Ich haben, während die anderen unter spärlichen Wasser geduscht haben, unseren Gartenschlauch in eine Kärcher Hochdruckreiniger verwandelt, der jeden noch so hartnäckigen Schmutz von uns entfernte. Vor lauter Euphorie darüber musste ich auch den ersten Verlust beklagen, da ich meine getragene Boxershorts am Baum habe hängen lassen. Der Finder wird sich freuen.
In der Tourist Information hatten wir beschlossen den nächsten Tag in den Atherton Tablelands zu verbringen. Von Mission Beach ging es also ins Hinterland und rein in eine wunderschöne Region. Am Dienstag schauten wir uns nur noch vom Crawfords Look Out und vom 1,7 km (Fußweg) entfernten North Johnstone River Look Out besagten Fluss an, der sich eindrucksvoll durch die hügelige Landschaft mäandriert. Danach ging es zu einem QPWS Campingplatz. An diesen Campingplätzen gibt es kein Personal und man checkt selbst ein indem man einen Brief mit seinen Daten und dem Geld zurücklässt. Ob wir das auch wirklich so gemacht haben, darf sich jetzt jeder selbst aussuchen. Am nächsten Tag ging es dann los mit den Atherton Tablelands. Wasserfälle, saftige Wiesen, grüne Weiden voller gutgenährter Milchkühe und letzte Reste des zurückgedrängten Regenwaldes kennzeichnen das fruchtbare Hochplateau. Das Beste an dieser Gegend ist, dass es aussieht wie im Allgäu und man sich wieder ein bisschen zu Hause fühlt, weil einem die Landschaft so bekannt vorkommt. Dementsprechend war auch unser erster halt bei einer Käserei, der Mungali Creek Bio - Dynamic Dairy. Leider waren wir ausnahmsweise mal zu früh dran und standen eine Stunde vor Ladenöffnung vor verschlossenen Türen. Doch so leicht lassen wir uns nicht aufhalten. Nach in paar Minuten kam eine sehr sympathische Asiatin, die uns trotzdem in den Laden ließ und uns sogar gratis Joghurt und Käse probieren lies. Beides überzeugte uns und wir kauften jeder 500g Joghurt in verschiedensten Variationen (Passionfruit, Blueberry, Bush Honey etc.). Nach dem ersten Erfolg des Tages ging es weiter auf den 20km langen Waterfall Circuit Drive, auf welchen man an drei Wasserfällen vorbei kommt. Die ersten beiden, Ellinjaa Falls und Zillie Falls, waren etwas kleiner, dafür aber auch sehr schön. Dabei haben wir übrigens die Schildkröte unten im Bild gesehen. Der dritte hatte fast schon etwas unnatürliches, wie man auf den Bild vielleicht erahnen kann. Ein wundervoller Wasserfall umsäumt von Bäumen mit einem See und einem kleine Bach im Vordergrund gesäumt von Palmen auf der Wiese. Nächste Station: wiedermal ein Look Out, der Millaa Millaa Look Out. Von hier hatte man wieder tolle Sicht über weite Teile der Tablelands. Ferdi und ich kamen in die Versuchung für bessere Bilder in hohes Gras zu gehen und nein es kam kein Wildes Pokémon, dafür juckten die Beine danach aber fürchterlich, was Ferdi bedenklich vom Fahren ablenkte. Danach wieder ein Wasserfall, Malanda Falls, dieser allerdings sehr enttäuschend. Ein brauner Tümpel mit einem mini Wasserfall, da waren wir besseres gewohnt. Dort haben wir beschlossen, dass wir nochmal 10 km zurück fahren um einen weiteren Produktionsverkauf zu besuchen. Dieses mal ging es um Tee. Umringt von Teefeldern soweit das Auge reicht konnte man sich im Shop mit Tee eindecken und sich über die Geschichte des Unternehmens und die Tee Produktion informieren. Kurzer Zwischenstopp bei Gallo Dairyland Hier durften wir wieder probieren. Einen Macadamia und einen Rainforest Cheese, welche selbst mir unheimlich gut geschmeckt haben. Nächste Station war the Humpy Nut World, dort sind wir auch nur kurz in den Laden gesprungen, da es zahlreiche regionale Produkte, vorallem Nüsse in verschiedensten Varianten, gab.
Nach diesem vollgemalten Vormittagsprogramm hatten wir erstmal Hunger und fuhren zum Lake Tinaroo, um dort schön zu Mittag zu essen. Alle haben ihre Joghurts ausgepackt und einer war köstlicher als der andere.
Am Nachmittag hatten wir deutlich weniger Programm. Nachdem wir uns den Curtain Fig Tree, der aufgrund seiner riesigen Wurzeln, die aussehen wie ein Vorhang, seinem Name alle Ehre macht, angesehen hatten, ging es zum Lake Eacham Dieser brillierte durch kristallklares angenehmes Wasser. Nach viel Badespaß und Entspannen am Ufer ging es auf direkten Weg nach Cairns. Naja zumindest fast: Auf dem Weg zurück zum Highway ging es eine Straße mit 300 Kurven runter, dort mussten wir aufgrund von allgemeinem Schwindel und der Angst vor überlasteten Bremsen kurz halten. Das einzige, was wir an diesem Abend noch von Cairns gesehen haben war die Tankstelle um wiedermal höllisch viel Geld in den Tank zu stecken. Unser Plan war es, nördlich von Cairns zu übernachten, damit wir Ferdi am nächsten morgen direkt zum Flughafen bringen konnten. So landeten wir in Holloways Beach, um dort die letzte Nacht mit Ferdi zu verbringen.































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